// digital // 27.4.2021 // Künstliche Intelligenz und Feminismus

27.4.2021, 20 Uhr online

Links & Tipps:

  • Catherine D’Ignazio & Lauren F. Klein: Data Feminism. MIT Press. 2020.
  • Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. 2018.
  • Filmtipp: Coded Bias (2020), Dokumentarfilm von Shalini Kantayya. 2020. Abrufbar bei Netflix.

Ada Lovelace, eine Frau, gilt als Urheberin des ersten Algorithmus. Seitdem ist viel passiert. Künstliche Intelligenz bestimmt längst unser aller Leben: Ob Algorithmen beim Online-Shopping, in sozialen Netzwerken oder persönliche Assistenzsysteme – das ist nicht nur praktisch, sondern scheint auch Neutralität zu versprechen. Doch automatisierte Entscheidungssysteme bergen das Potential, genderspezifische Denkmuster und Diskriminierungspraktiken nicht nur zu reproduzieren, sondern zu verstärken. Welches Verhältnis besteht zwischen Geschlecht, maschinellem Lernen und Technologie? Warum sind Alexa, Siri und Co. weiblich codiert, sind das nur harmlose Stereotypisierungen oder steckt mehr dahinter? Und vor allem: Mit welchen Strategien können wir dem begegnen?

Zu Gast bei BBB sind diesmal Prof. Dr. Bianca Prietl, Assistenzprofessorin für Gesellschaftliche Auswirkungen von Digitalisierung an der JKU Linz und Vorstandmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF) sowie die Performancekünstlerin Olivia Hyunsin Kim, die sich in Ihrer Arbeit Say may name, say my name u.a. mit Verkörperungen technologischer Assistenzsysteme in Asien und Europa sowie der Frage befasst, welche Parallelen dies zu Care-Arbeit hat. Gemeinsam mit Laura N. Junghanns diskutieren sie über Strategien des Cyber- und Technofeminismus und die Frage, wie wir dem patriarchalen Griff der Algorithmen entkommen können.

Bianca Prietl ist Assistenzprofessorin für Gesellschaftliche Auswirkungen von Digitalisierung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz und Vorstandmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF). Sie verfasste zahlreiche Veröffentlichungen und hielt Vorträge im Bereich Gender und Digitalisierung. 2019 wurde sie für ihr Habilitationsprojekt zum Zusammenspiel von Wissensproduktion, Digitalisierung und Gesellschaft mit dem Dr. Hans Messer Stiftungspreis ausgezeichnet.

Olivia Hyunsin Kim ist Absolventin in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der HfMDK Frankfurt. Als ddanddarakim arbeitet sie mit verschiedenen Künstler:innen kollaborativ zusammen. Ihre MeMe-Serie she came, she saw, she said:meme (Teil 1), MeMe – I see. Ah! (Teil 2) und Miss Yellow and Me – I wanna be a musical (Teil 3) tourte international und beschäftigte sich mit dem Exotismus im Bezug auf nichtweiße, „andere” Körper“. Sie erhielt u.a. Stipendien vom DAAD, dem Berliner Senat, dem Rebecca Skelton Fund, von Erasmus und der Seoul National University.
www.ddanddarakim.net

Fotocredit: Image via www.vpnsrus.com, CC BY 2.0